Superman - Wie er wurde, was er ist (Teil 1)
MAN OF STEEL sorgt im Kino für Furore - Grund genug, sich mit Supermans Comic-Historie zu beschäftigen. Jeder kennt ihn, den ersten und größten Superhelden aller Zeiten, der im rot-blau-gelben Dress für Recht und Gerechtigkeit sorgt. Vor 75 Jahren erblickte Superman das Licht der Welt. Er ist eine Ikone der Popkultur, die als Auslöser eines ganzen Genres fungierte. Egal, ob in den Comics, im Kino oder auch im Fernsehen, der große Pfadfinder ist nicht mehr aus unserer Welt wegzudenken.
Alles begann ein paar Jahre vor 1938, als das erste „Action Comics“ erschien. Im Jahr 1932 erschufen die jungen Künstler Joe Shuster und Jerry Siegel die Figur „Superman“. Er war damals noch weit davon entfernt, der Held zu sein, den man heute kennt. Tatsächlich war die erste Version noch ein Schurke, der Lex Luthor nicht unähnlich war. Sechs Jahre später hatte sich die Figur entwickelt und war zum Helden geworden. Shuster und Siegel verkauften die Rechte an der Figur an National Allies Publications, das sich später Detective Comics nannte und von Fans mit der Abkürzung DC bedacht wird.
Das erste Heft
Zur Mitte des Jahres 1938 erschien „Action Comics 1“. Comics hatte es zu jener Zeit schon einige gegeben. Sie waren aus den Zeitungsstrips hervorgegangen und oftmals noch immer Funnies. Doch National war gewillt, das Wasser auszutesten. Man ging mit der ersten Superman-Geschichte an den Start und erlebte vom Fleck weg einen riesigen Hit.
In dieser ersten von Siegel und Shuster geschaffenen Geschichte trug Superman noch nicht das bekannte S. Er hatte zwar auch ein S auf der Brust, allerdings wartete dieses mit einem anderen Design auf. Und der Superman der frühen Tage konnte auch noch nicht all das, was seine späteren Alter Egos können sollten. So war dieser Superman noch nicht in der Lage zu fliegen. Stattdessen sprang er über große Distanzen hinweg.
Die Grundlagen waren jedoch vorhanden: Kal-El ist der letzte Überlebende des Planeten Krypton, der von seinem Vater Jor-El zur Erde geschickt wird. Dort wird er von einem älteren Ehepaar gefunden, das ihn an Sohnes statt aufnimmt. Kal-El wächst als Clark Kent auf und verlässt das heimatliche Smallville, um in die Großstadt Metropolis zu gehen. Dort wird er Reporter und agiert gleichzeitig als Superheld. Zur Tarnung spielt er in seiner zivilen Identität den tollpatschigen Trottel.
„Action Comics 1“ war ein phänomenaler Erfolg und ebnete den Weg für das heute im US-Comic-Bereich noch immer dominante Superheldengenre. Der Erfolg brachte natürlich Nachahmer mit sich. Zum Ende der 30er, Anfang der 40er Jahre hatte eine wahre Schwemme an Superhelden eingesetzt. DC beteiligte sich selbst mit Figuren wie Batman oder Wonder Woman daran, schreckte aber auch nicht davor zurück, Konkurrenten vor Gericht zu zerren, wenn es erschien, als seien deren Figuren bloße Plagiate.
Superman war eine der bestimmenden Figuren der 40er Jahre und gerade während den Kriegsjahren unheimlich populär. Nach dem Krieg erlebte das Superheldengenre einen herben Einbruch, aber einige der großen Helden – darunter auch Superman – erlebten weiterhin neue Abenteuer.
Superboy
Schon Ende der 30er Jahre erlebte Superman seine Abenteuer nicht nur in „Action Comics“, sondern auch in einer eigenen „Superman“-Serie. Dazu kam, dass man „World’s Finest“ publizierte, in dem Superman und Batman gemeinsame Abenteuer bestehen mussten.
Während der Dürreperiode des Superheldengewerbes, die bis in die Mitt-50er Jahren anhielt, war „Superman“ nach wie vor beliebt, was sich auch darin äußerte, dass Serials für das Kino und eine eigene Fernsehserie produziert wurden.
Schon Mitte der 40er Jahre hatte man bei DC auch „Superboy“ eingeführt, womit die Jugendabenteuer des Stählernen erzählt wurden. Hauptbeweggrund für diese Figur war, dass man das Copyright sichern wollte, so dass niemand sonst auf die Idee kommen konnte, mit einer Figur namens „Superboy“ Geschäfte zu machen.
Bis in die 80er Jahre hinein verlief die Comic-Karriere von Superman außergewöhnlich erfolgreich. Er agierte in verschiedenen Titeln, tauchte in Team-Serien wie „Justice League of America“ auf und agierte nach wie vor als der erste und größte aller Helden.
Doch bei DC hatte man sich im Verlauf von mehr als vier Jahrzehnten an Superhelden-Comics verzettelt. Es wurden Paralleluniversen ersonnen, die auch beständig wichtigen Anteil an den Abenteuern der Helden hatten. Darum entschloss man sich, das DC-Universum einem Neustart zu unterziehen. Eines der Ziele dieser Entwicklung war auch, dass Superman, der gerne mal als Pfadfinder verspottet wurde und über die Jahre immer phantastischere Kräfte entwickelt hatte – er konnte sogar Planeten verschieben! – wieder auf einen etwas niedrigeren Powerlevel gebracht werden sollte.
Nachdem die „Crisis on Infinite Earths“ vorbei war, die das DC-Universum neu strukturiert hatte, fiel dem Autor und Zeichner John Byrne 1986 die Aufgabe zu, den neuen Superman vorzustellen. In der Miniserie „The Man of Steel“ etablierte Byrne den Superhelden neu. Dabei wurden einige Veränderungen vorgenommen. In der neuen Kontinuität war es so, dass Superman niemals als Junge Abenteuer erlebt hatte und erst als erwachsener Mann zum Superhelden geworden war. Darüber hinaus war Clark Kent ein selbstbewusster Mann, der sich nicht hinter falscher Tollpatschigkeit versteckte, sondern zeigte, was er konnte.
War Superman zuvor die dominante Persönlichkeit und Clark Kent allenfalls eine Maske, so verkehrte Byrne dies ins Gegenteil. Clark Kent war der Mensch, die Person, Superman nur seine Maske, die er trug, um unerkannt Gutes tun zu können.
Während Clark Kents Vater und Mutter in der alten Kontinuität früh gestorben waren, hatten sie nun überlebt. Andere Änderungen beinhalteten, dass es keine weitverzweigte Superman-Familie mehr gab. Seine Cousine Supergirl existierte nicht mehr, Krypto, der Superhund, war passé und von einem Superboy hatte man nie gehört. Profitieren konnte von all diesen Veränderungen der schurkische Lex Luthor, der sich nun nicht mehr selbst die Hände schmutzig machen musste, sondern als Multimillionär und Industriemagnat aus den Schatten heraus die Fäden ziehen konnte.
Im Verlauf der Jahre wurden die klassischen Elemente wie eben Supergirl oder Krypto wieder in die Kontinuität eingeführt, allerdings in veränderter Form, so dass Kara nicht länger Kal-Els Cousine war.
Fortsetzung in Teil 2 dieses Artikels: Der Tod von Superman!
Und noch was in eigener Sache: Wer zuhause zu Superman werden will, für den haben wir die passenden Accessoires. Clarks Haarpracht ... ... und Supermans Kostüm (das klassische!):





